Südafrika Rundreise (II): Zwischen Drakensbergen, Midlands und KwaZulu-Natal


Nach den erlebnisreichen Tagen im Kruger National Park wollen wir euch von unserem ebenso beeindruckenden zweitägigen Ritt durch die Drakensberge und anschließenden Aufenthalt in KwaZulu-Natal erzählen.

 

Von der südlichen Pforte des Kruger fuhren wir sechs Stunden in unserem kleinen Hüpfer über Vryheid auf sogenannten ‚regional routes‘ nach Dundee, einer Stadt im Nordwesten der Provinz KwaZulu-Natal. Ein heftiger Gewittersturm erschwerte die Sicht, sodass wir streckenweise nur sehr langsam fahren konnten, um nicht eines der frei herumlaufenden Rinder zu erwischen. Am nächsten Morgen besuchten wir in Dundee eine örtliche Ledergerberei, die aus den für die Region typischen Nguni-Rindern von Einrichtungsgegenständen bis traditionellen Zulu-Gewändern alles vor Ort verarbeitet.

Unser nächster Übernachtungsplatz auf unserer Südafrika Rundreise war die Amphitheatre Backpackers Lodge, von der aus man eine tolle Sicht auf die umliegenden Drakensberge genießt. Am nächsten Morgen fuhren wir von dort zur Montusi Mountain Lodge, der edlen Alternative zur Backpacker-Unterkunft. Für uns stellte sie der Ausgangspunkt unseres zweitägigen Wanderritts durch die Drakensberge dar. Unsere zwei Guides stellten uns unsere vierbeinigen Begleiter für die nächsten zwei Tage vor und nach dem Satteln gings los. Das Wetter zeigte sich gnädig und öffnete die dicke Wolkendecke der letzten Tage, sodass wir vom Pferderücken die wunderschöne Bergkulisse bestaunen konnten. Trittsicher schraubten sich unsere Pferde auf schmalen Wegen an steilen Abhängen, durch Gebirgsflüsse, an Höhlen mit Felsmalereien der San und Wasserfällen vorbei immer höher. Unser Ziel stellte die Greenfire Lodge Drakensberg ganz oben in den Bergen dar. Nachdem wir unsere Pferde für die Nacht versorgt hatten, führten uns die Betreiber zu einer der kleinen Holzhütten, inklusive eigenem Kamin. Ein weiteres Highlight wartete aber noch auf uns: Auf einer Holzterasse, von der aus man einen herrlichen Blick über die Drakensberge bis in Tal genießen konnte, war ein liebevolles Picknick angerichtet. Am nächsten Tag ritten wir bei strahlendem Sonnenschein wieder hinunter ins Tal und stiegen nach zwei wunderschönen Tagen mit vielen tollen Eindrücken, aber mit etwas eierigen Beinen, von unseren Pferden.

Mit etwas mehr PS zogen wir dann in die sogenannten Midlands weiter, einer Region zwischen den Drakensbergen und Durban, welche von vielen Flüssen, Seen und Naturparks zum Mountainbiken und Wandern durchzogen ist. Unser Nachtlager schlugen wir im abgelegen Antbear Guesthouse auf, in dem alle Möbelstücke selbst gebaut wurden und welches ein wenig an das Hobbitland erinnert.

Von den Midlands war es am nächsten Morgen dann nur eine zweistündige Fahrt nach Hillcrest in der Nähe von Durban. Auf dem Weg hielten wir kurz am Nelson Mandela Capture Site Monument an, welches sich leider gerade im Umbau befand. In Hillcrest mitten in KwaZulu-Natal übernachteten wir bei Kims Verwandten Marguerite für die nächsten zehn Tage. Neben mehrmaligen Ausflügen nach Durban, besichtigten wir eine eine Zulu-Tanzvorführung und eine Krokodilfarm inmitten der Valley of a Thousand Hills. Auf der Farm gab es eine besondere Art sein Mittagessen – ein Krokodilburger – einzunehmen: im Krokodilgehege. Als unser Guide etwas nervös wurde und meinte, ob wir nicht doch draußen weiteressen wollten, bemerkten wir, dass so ein Slot kurz vor der Fütterungszeit auch seinen ganz besonderen Reiz hat. Von einem sicheren Platz hinterm Zaun aus beobachteten wir dann die zuvor noch träge aber nun auf einmal wachgewordenen Krokodile, wie sie um die Fleischstücke zankten.

Einen lokalen Geheimtipp gab uns Marguerite: Im nahegelegen Krantzkloof Nature Reserve kletterten wir einen Tag über Stock und Stein an einem Wasserfall hinab in ein lauschiges Flusstal, um dann in einem einstündigen, steilen Aufstieg sich die Seele aus dem Leib zu prusten. Oben begrüßten uns noch ein paar Zebras und Affen, bevor wir nach etwa fünf Stunden wieder am Parkplatz ankamen.

Die Abende verbrachten wir meistens gemeinsam mit Marguerite auf der Veranda ihres kleinen Häuschen beim Braai, dem südafrikanischen Barbecue. Ihr könnt euch Braai so vorstellen: Ab ca. 15.00 Uhr werden Holzscheite angezündet. Dann macht man es sich am Feuer mit einem Bier gemütlich und wartet, bis das Feuer heruntergebrannt ist. Ab 18.00 Uhr und pünktlich zur Dunkelheit ist dann die Glut optimal, um riesige Steakstücke aufzulegen. Eine sehr gesellige Zeremonie, bei der man entspannt plauschen kann.

Während unserem Aufenthalt bei Marguerite haben wir auch knapp drei Tage bei ihrer Bekannten im Hinterland verbracht und dort ein Gewächshaus für ein Kinderheim gebaut.

In unserem nächsten Artikel möchten wir euch von unseren Erlebnissen in Durban und entlang der Küste berichten.

 

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